Abschnittsübersicht

  • Schriftliche Arbeiten an der Fachhochschule Graubünden werden auf der Grundlage wissenschaftlicher Grundsätze verfasst. Das bedeutet, dass die systematische und nachvollziehbare Bearbeitung von Frage- oder Problemstellungen im Zentrum steht. Unter schriftlichen Arbeiten werden alle Texte verstanden, welche im Rahmen des Studiums an der Fachhochschule Graubünden zur Leistungsbewertung eingereicht werden.

    Dies umfasst neben wissenschaftlichen Arbeiten, praxisorientierte Formate, Textsorten wie konstruktive bzw. gestaltungsorientierte Arbeiten, technische Berichte, Produkt- oder Projektdokumentationen, Auftragsarbeiten, aber auch Essays und weitere Textsorten. Welche Regelungen des Leitfadens im Mindestmass bei allen schriftlichen Arbeiten berücksichtigt werden müssen, ist im folgenden Unterkapitel 2.1 geregelt. Zudem kommt es im hier vorliegenden Kapitel 2 zur genaueren Definition des wissenschaftlichen Arbeitens und seiner Ausgestaltung in theoretischen und empirischen Arbeiten.

    • Kapitel 2.1 Mindeststandards aller schriftlichen Arbeiten

      Unabhängig der spezifischen Textsorte halten sich alle schriftlichen Arbeiten an der FH Graubünden im Mindestmass an die in dem folgenden Kapiteln definierten Standards:

      Wissenschaftliche Studienarbeiten und Abschlussarbeiten halten sich ohne Ausnahme an alle im Leitfaden dargelegten Regelungen.

    • Kapitel 2.2 Wissenschaftliches Arbeiten

      Wissenschaftliches Arbeiten dient der systematischen und nachvollziehbaren Bearbeitung von Fragestellungen. Auf der Grundlage des bestehenden Wissensstandes einer Disziplin werden Fragestellungen entwickelt und mit geeigneten wissenschaftlichen Methoden bearbeitet. Dabei steht die eigenständige Leistung im Mittelpunkt.

      Wissenschaftliches Arbeiten zeichnet sich durch eine kritische Auseinandersetzung mit dem aktuellen Wissensstand aus. Eine rein beschreibende Darstellung bestehender Inhalte genügt den Anforderungen wissenschaftlichen Arbeitens nicht. Erkenntnisse und Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar zu begründen, einzuordnen und kritisch zu reflektieren.

    • Kapitel 2.2.1 Charakteristika wissenschaftlicher Arbeiten

      Nach Goldenstein et al. (2018, S. 5–6) zeichnen sich wissenschaftliche Arbeiten durch mehrere grundlegenden Merkmale aus. Sie verfolgen eine Fragestellung systematisch und methodengeleitet, sodass das Vorgehen und die Ergebnisse nachvollziehbar dargestellt werden. Dabei orientieren sie sich am bestehenden wissenschaftlichen Wissensstand und setzen sich kritisch mit theoretischen Grundlagen und bestehenden Erkenntnissen auseinander. Darüber hinaus leisten sie einen eigenständigen Beitrag zur Bearbeitung einer Fragestellung, indem vorhandenes Wissen reflektiert, weiterentwickelt oder auf neue Kontexte angewendet wird.

      Wissenschaftliche Arbeiten streben danach, zu verlässlichen und belastbaren Erkenntnissen zu gelangen. Insbesondere bei empirischen Untersuchungen sind dabei die Gütekriterien Objektivität, Validität und Reliabilität von Bedeutung. Die Darstellung erfolgt in einer klaren, präzisen und verständlichen Sprache sowie unter Einhaltung einheitlicher formaler Standards.

    • Kapitel 2.2.2 Theoretische und empirische Arbeiten

      Wissenschaftliche Arbeiten können als theoretische oder empirische Arbeiten ausgestaltet werden. Die Wahl des Arbeitstyps beeinflusst das Vorgehen, die verwendeten Methoden sowie den Aufbau der Arbeit. Unabhängig davon gelten dieselben Anforderungen an wissenschaftliches Arbeiten für beide Arbeitstypen, insbesondere hinsichtlich Nachvollziehbarkeit, Argumentation und wissenschaftlicher Redlichkeit.

      Theoretische Arbeiten setzen sich mit dem bestehenden wissenschaftlichen Wissensstand auseinander. Sie analysieren, vergleichen und reflektieren wissenschaftliche Literatur, um Fragestellungen zu beantworten, Zusammenhänge aufzuzeigen oder theoretische Ansätze weiterzuentwickeln (Voss, 2024, S. 25).

      Empirische Arbeiten untersuchen Fragestellungen anhand selbst erhobener oder vorhandener Daten. Dabei werden theoretische Annahmen überprüft, Zusammenhänge untersucht oder Lösungsansätze entwickelt und ausgewertet. Je nach Forschungsfrage kommen qualitative oder quantitative Forschungsmethoden zum Einsatz (Voss, 2024, S. 25).