Kapitel 5: Schreibphase
Section outline
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Zur Schreibphase gehören der genaue Aufbau von schriftlichen Arbeiten und die Ausgestaltung der zu schreibenden Bestandteile. Zudem werden das Thema Sprache und Schreibstil im Unterkapitel 5.2 angesprochen. Alle schriftlichen Arbeiten an der FH Graubünden haben sich an die hier definierten Standards zu halten.
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Kapitel 5.1 Aufbau einer schriftlichen Arbeit
Der zentrale Teil einer schriftlichen Arbeit ist der Textteil, bestehend aus Einleitung, Hauptteil und Schluss. Hier wird das eigentliche Thema bearbeitet. Jedoch gehören auch Vorspann und Nachspann insbesondere mit Titelblatt und Verzeichnissen dazu. Die einzelnen Teile kommen in einer bestimmten Reihenfolge vor. Für alle schriftlichen Arbeiten an der FH Graubünden gelten die in der Spalte «Mindestanforderung» definierten Elemente, der unten aufgeführten Tabelle. Diese Anforderungen gelten immer, so auch für Textsorten wie praxisorientierte Formate, sprich konstruktive bzw. gestaltungsorientierte Arbeiten, technische Berichte, Produkt- oder Projektdokumentation, Auftragsarbeiten, Essays und weitere Textsorten, die nicht unter klassische, wissenschaftliche Arbeiten fallen. Weiter wird zwischen wissenschaftlichen Arbeiten als Studien- und Abschlussarbeiten unterschieden. Die folgende Tabelle gibt Aufschluss über die Anordnung der einzelnen Teile und ob sie den Mindestanforderungen entsprechen oder ob sie in Studien- resp. Abschlussarbeiten vorkommen:
Tabelle 2: Aufbau von schriftlichen Arbeiten Abschnitte Teile und Reihenfolge Mindestanforderung Studienarbeiten Abschlussarbeit Format der Seitenzahl Vorspann Titelblatt optional ja ja ohne Seitenzahl Abstract nein optional ja römisch, beginnend mit I Vorwort nein nein optional römisch Inhaltsverzeichnis optional ja ja römisch Abbildungs-, Tabellen-,
Abkürzungsverzeichnisoptional ja ja römisch Textteil Textteil mit - Einleitung
- Hauptteil
- Schluss
ja ja ja arabisch, beginnend mit 1 Nachspann Quellenverzeichnis ja ja ja arabisch Hilfsmittelverzeichnis ja ja ja arabisch Rechercheprotokoll empfohlen empfohlen empfohlen arabisch Anhang optional falls vorhanden falls vorhanden arabisch Selbstständigkeitserklärung ja ja ja ohne Seitenzahl -
Kapitel 5.1.1 Vorspann
Titelblatt
Beispielhafte Titelblätter finden sich im Anhang A (Studienarbeit) und Anhang B (Abschlussarbeit). Der Titel der Arbeit gibt präzise und aussagekräftig den Kernaspekt der Arbeit wieder. Das Logo der FH Graubünden darf weder auf dem Titelblatt noch auf dazugehörigen Dokumenten verwendet werden.Abstract
Das Abstract fasst die Arbeit in kompakter Form zusammen und ermöglicht einen raschen Überblick über deren Inhalt. Es beschreibt den Gegenstand der Untersuchung, die zugrunde liegende Fragestellung beziehungsweise Zielsetzung, die theoretischen Grundlagen, das methodische Vorgehen sowie die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit. Das Abstract enthält keine neuen Informationen, Wertungen oder Interpretationen, sondern beschränkt sich auf die sachliche Zusammenfassung der zentralen Inhalte und Erkenntnisse der Arbeit (Goldenstein et al., 2018, S. 69). Anstelle eines Abstracts wird bei Auftragsarbeiten ein Management Summary an gleicher Stelle geschrieben. Der Umfang des Abstracts beträgt maximal eine halbe Seite.Vorwort
Ein Vorwort ist nur bei umfangreicheren Arbeiten üblich. Hier werden Aussagen zur persönlichen Motivation, zu wissenschaftlichen Anregungen, zur Betreuung und Danksagungen formuliert.Inhaltsverzeichnis
Das Inhaltsverzeichnis bildet die Struktur und den logischen Aufbau der schriftlichen Arbeit ab. Es dient der Orientierung und ermöglicht einen Überblick über die Gliederung sowie die einzelnen Bestandteile der Arbeit. Die Kapitelüberschriften sind präzise, verständlich und inhaltlich konsistent zu formulieren (Goldenstein et al., 2018, S. 139–140).
Aus dem Inhaltsverzeichnis soll der rote Faden der Arbeit erkennbar sein. Die Kapitel und Unterkapitel sind daher logisch aufeinander aufzubauen und auf die Beantwortung der Forschungsfrage auszurichten. Neben den Kapiteln des Textteils werden auch Verzeichnisse, Quellenverzeichnis und Anhang mit den entsprechenden Seitenzahlen aufgeführt. Die Selbstständigkeitserklärung wird nicht im Inhaltsverzeichnis aufgeführt.Abbildungs-, Tabellen- und Abkürzungsverzeichnis
Für Abbildungen und Tabellen müssen jeweils eigene Verzeichnisse angelegt werden. Diese geben einen Überblick über alle verwendeten Abbildungen und Tabellen. Das alphabetisch geordnete Abkürzungsverzeichnis enthält die verwendeten fachspezifischen Abkürzungen, gefolgt von den ausgeschriebenen Begriffen. Bei der ersten Nennung im Text werden abgekürzte Begriffe in voller Länge angegeben. In Klammern folgt dann die Abkürzung. Nicht im Verzeichnis aufgeführt und bei erstmaliger Verwendung ausgeschrieben werden allgemein geläufige Kurzformen (wie «Dr.», «OR» oder «km/h»), die im Duden enthalten sind. -
Kapitel 5.1.2 Textteil
Der Textteil bildet den Kern der schriftlichen Arbeit. Er dient dazu, die Forschungsfrage systematisch und nachvollziehbar zu bearbeiten sowie die daraus gewonnenen Erkenntnisse darzustellen und einzuordnen. Kapitel, Unterkapitel und Abschnitte sind logisch aufeinander aufzubauen, werden durch aussagekräftige Überschriften gekennzeichnet und entsprechend ihrer Gliederungsebene nummeriert. Werden Unterkapitel verwendet, sind mindestens zwei Unterkapitel derselben Gliederungsebene vorzusehen. Jede Aussage, jedes Kapitel und jeder Abschnitt hat einen nachvollziehbaren Beitrag zur Beantwortung der Forschungsfrage zu leisten. Inhalte ohne Bezug zur Fragestellung sind zu unterlassen.
Schriftliche Arbeiten bauen auf dem aktuellen Wissensstand auf und setzen sich kritisch mit bestehenden Erkenntnissen auseinander. Die Darstellung erfolgt auf Grundlage wissenschaftlicher Literatur sowie bei empirischen Arbeiten zusätzlich auf Grundlage erhobener oder ausgewerteter Daten inkl. des Erhebungsprozesses. Die Ergebnisse werden nachvollziehbar hergeleitet, begründet, eingeordnet und hinsichtlich der Forschungsfrage diskutiert. Die Struktur des Textteils orientiert sich an der Forschungsfrage, der gewählten Vorgehensweise und dem Aufbau der Argumentation. Folgende tabellarisch aufgeführten Elemente sind im Textteil zu bearbeiten (in Anlehnung an Heesen, 2021, S. 16):
Tabelle 3: Genauer Inhalt des Textteils Bestandteil Inhalt Weiterführendes Material Einleitung Einführung in das Problem/Thema Forschungsfrage (inkl. Thesen/Hypothesen falls vorhanden) Zielsetzung und Nutzen der Arbeit Hauptteil Methodische Vorgehensweise (Unterscheidung theoretischer oder empirische Arbeit bei wissenschaftlichen Arbeiten, sowie der Wahl zwischen quantitativem oder qualitativem Forschungsdesign) Siehe Kapitel 2.2 sowie zur reflektierten Nutzung von KI-Systemen Kapitel 8.3 aktueller Forschungsstand Siehe Kapitel 5.1.3 und 8.2 Darstellung und Interpretation der Erkenntnisse Schluss Zusammenfassung und Diskussion der Erkenntnisse Beantwortung Forschungsfrage Reflexion: Diskussion der Arbeit, des Arbeitsprozesses und der Grenzen Siehe Kapitel 8.3 zur reflektierten Nutzung von KI-Systemen Ausblick -
5.1.3 Nachspann
Der Nachspann umfasst die Bestandteile, die der Dokumentation, Nachvollziehbarkeit und Vollständigkeit der schriftlichen Arbeit dienen. Dazu gehören das Quellenverzeichnis, das Hilfsmittelverzeichnis, das Rechercheprotokoll, der Anhang sowie die Selbstständigkeitserklärung.
Quellenverzeichnis
Im Quellenverzeichnis werden sämtliche in der Arbeit verwendeten und zitierten Quellen aufgeführt. Quellen, auf die im Text nicht verwiesen wird, werden nicht in das Quellenverzeichnis aufgenommen. Die Einträge werden gemäss den Vorgaben des gewählten Zitationsstils erstellt. Die Erstellung des Quellenverzeichnisses kann durch gängige Literaturverwaltungsprogramme unterstützt werden. Näheres zur Zitation und zum Quellenverzeichnis finden sich in Kapitel 7.Hilfsmittelverzeichnis
Das Hilfsmittelverzeichnis dient dazu, alle verwendeten Systeme, Softwares und Tools aufzuführen, die bei der Erstellung der Arbeit zur Unterstützung herangezogen wurden. Dies können exemplarisch Literaturverwaltungssysteme, Statistiktools oder KI-Systeme sein. Es muss für Dritte nachvollziehbar sein, welche Systeme zu welchem Zweck und in welchem Ausmass genutzt wurden. Im Hilfsmittelverzeichnis sind zwingend folgende Angaben aufzuführen:- Angabe des Systems/Software inkl. Angabe der genauen
- Verwendungszweck innerhalb der Arbeit
- Betroffene Stellen im Dokument (Kapitel und Seitenzahlen)
Wie das Hilfsmittelverzeichnis auszusehen hat, ist in diesem Beispiel dargestellt.
Rechercheprotokoll
Zur Sicherstellung eines transparenten und nachvollziehbaren Rechercheprozesses ist es hilfreich, ein Rechercheprotokoll gemäss diesem Beispiel beizulegen. Das Rechercheprotokoll dokumentiert die durchgeführten Rechercheschritte sowie die berücksichtigten Quellen. Es sind folgende Angaben im Rechercheprotokoll anzugeben:- Datum der Recherche
- Angabe der genutzten Plattform, des genutzten Systems oder der durchgeführten Strategie (siehe dazu das Kapitel 4.1)
- Angabe der Suchanfrage
- Auswahlkriterien der Ergebnisse
- Angaben zur gefundenen Quelle, die in der Arbeit genutzt wurde anhand einer Quellenreferenz
Die Führung und Abgabe eines Rechercheprotokolls sind empfohlen, aber nicht verpflichtend und müssen explizit eingefordert werden.
Anhang
Der Anhang enthält zusätzliche Unterlagen, die für das Verständnis, die Nachvollziehbarkeit oder die Überprüfung der Arbeit relevant sind, jedoch den Lesefluss des Haupttextes beeinträchtigen würden. Dazu gehören beispielsweise Fragebögen, Interviewleitfäden, Untersuchungsschemata, statistische Auswertungen oder weitere ergänzende Dokumente.Selbstständigkeitserklärung
Die Selbstständigkeitserklärung wird der Arbeit als letzte Seite beigefügt und nicht im Inhaltsverzeichnis aufgeführt. Der verbindliche Wortlaut ist in der folgenden Tabelle aufgeführt:Tabelle 4: Selbständigkeitserklärung

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Kapitel 5.2 Schreibstil
Alle schriftliche Arbeiten an der FH Graubünden zeichnen sich durch eine sachliche, präzise und verständliche Sprache aus. Aussagen sind klar und nachvollziehbar zu formulieren sowie durch wissenschaftliche Quellen zu belegen. Wertende, übertreibende oder umgangssprachliche Formulierungen sind zu vermeiden. Die verwendeten Begriffe sind eindeutig zu definieren und innerhalb der gesamten Arbeit konsistent zu benutzen. Zudem ist auf einen logisch aufgebauten Argumentationsgang und eine verständliche Leseführung zu achten. In schriftlichen Arbeiten sind ebenfalls geschlechtergerechte Sprache und eine diskriminierungssensible visuelle Kommunikation anzuwenden. Es gelten die Vorgaben des Sprach- und Bildleitfadens der FH Graubünden.
Bei wissenschaftlichen Arbeiten ist die Verwendung der Ich- oder Wir-Form zu vermeiden. Wissenschaftliche Arbeiten sind in einer sachlichen und wissenschaftlichen Sprache zu verfassen, da persönliche Pronomen Aussagen eher subjektiv oder wertend wirken lassen.
Die Bibliothek der FH Graubünden bietet eine individuelle Schreibberatung an. Diese unterstützt bei Fragen zum wissenschaftlichen Schreiben, zur Strukturierung von Texten sowie zur sprachlichen Gestaltung schriftlicher Arbeiten. Informationen zum Angebot und zur Anmeldung sind in der Recherchier-Bar verfügbar.
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